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Mit dem Kopfstand zu kreativen Ideen

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| 5 min. Lesezeit

Mensch, wie denke ich eigentlich?

Wer seine kreativen Adern zum Pulsieren bringen möchte, kann mit kreativen Denktechniken sein eigenes Fitnessprogramm für Kreativität betreiben – und zwar an der Arbeit. Denn Firmen wünschen sich kreative Mitarbeitende.

Fühlen Sie sich beim Thema Kreativität blockiert, weil Sie glauben alles andere als kreativ zu sein? Sie kommen einfach nicht auf neue Ideen? Prägen Sie sich diesen Satz ein: Wir alle kommen kreativ auf die Welt! Erinnern Sie sich, wie Sie als Kind vor Ideen sprühten. In der Schule und Ausbildung war dann auswendig lernen und wiedergeben wichtiger geworden, als Neues zu kreieren. Mit der Zeit bekamen Sie dann immer mehr und mehr Angst, einen Fehler zu machen. Worauf Sie sich schliesslich einbildeten, dass eben nur wenige Menschen kreativ seien.

Doch mit der Kreativität ist es wie mit einem Muskel, der sich zurückgebildet hat. Sie können ihn wieder antrainieren. Dazu brauchen Sie entsprechende Hanteln in Form von Kreativitätstechniken, mit denen Sie Ihr angeborenes kreatives Potential wiederherstellen können! Es ist so wie bei allem: Wenn Sie erst wissen wie es funktioniert, dann ist alles ganz einfach.

Ihre Kreativität ist gefragt

Mit Ihrer Kreativität steuern Sie ganz persönlich zur Erschaffung neuer Ideen, Werte, Erfindungen, Produkte, Dienstleistungen, Kunstwerke und gar Gesellschaftsformen bei. In einer Zeit der Schnelllebigkeit, politischer Umbrüche und zunehmender Umwälzungen in Umwelt und Wirtschaft werden kreative Fähigkeiten von Privatpersonen und Firmen zunehmend wichtig. Dringende Antworten auf Fragen unserer Zeit bedürfen neuer, frischer, kreativer Ideen.

Ihr kreatives Denken und Handeln wirkt sich auch auf Ihr Umfeld positiv aus. Der im Grundwesen schöpferische Mensch findet durch seine gelebte – und nicht verdrängte – Kreativität zurück zu Sinn und Erfolg in seinem Leben. Denn Kreativität ist in allen Bereichen hilfreich: Im Beruf, im künstlerischen Bereich und im Privatleben. Wir müssen uns einzig und allein lossagen von unseren alten Programmierungen, die da beispielsweise wären „Ich bin halt einfach nicht kreativ!“ oder etwa „Nur wenige Menschen sind kreativ“.

Kreativität aus wissenschaftlicher Sicht

Die Neurowissenschaft sieht Kreativität als eine Funktion neuronaler Netzwerke, die vom Dopaminausstoss abhängig ist. Je höher der Ausstoss, umso kreativer ist das menschliche Gehirn. Dopamin wird dabei immer ausgeschüttet, wenn wir eine Belohnung erwarten bzw. eine erfolgen wird. Lediglich die Vorstellung einer Belohnung reicht aus, um Kreativität zu aktivieren. Das bedeutet allein die Vorstellung eines gewünschten Zustandes motiviert – motiviert im Jetzt. Wer sich Lösungen vorstellt, wer versucht Lösungen zu finden, der aktiviert seine Kreativität automatisch.

In den 50er Jahren ging die Wissenschaft davon aus, dass Kreativität ein fester Bestandteil der Intelligenz sei und sich diese mit entsprechenden Tests messen lassen würde. Heutzutage tendiert Wissenschaft und Forschung dahin, dass sich Kreativität in einem bewussten Prozess erzeugen lässt. In Gruppen von Firmen oder Wissenschaftsteams werden spezielle Kreativitätstechniken erlernt, um Kreativität und deren Früchte bewusst herbeizuführen.

Gute Einfälle müssen keine Zufälle sein

Viele Problemstellungen verlangen nach neuen, ungewöhnlichen Lösungen. Doch wenn unter Zeitdruck nach der zündenden Idee gesucht werden soll, herrscht oft geistige Windstille. Gute Einfälle müssen nicht dem Zufall überlassen werden. Mit den geeigneten Kreativitätstechniken lassen sich Ihre Meetings in Ideenfundgruben verwandeln. Denn hinter jeder guten Idee steckt strukturiertes Vorgehen.

Kreativitätstechniken werden selten genutzt

Laut einer (älteren) von uns durchgeführte Studie resultiert, dass gerade mal 25% von über 200 Schweizer Firmen Kreativitätstechniken zur Innovationsförderung nutzen. 75% der untersuchten Unternehmen aus verschiedensten Branchen kennen neben den allgemein geläufigen Techniken wie Brainstorming und Mind Mapping keine weiteren Kreativitätsmethoden. Als Gründe für den mangelnden Einsatz von kreativen Denkmethoden werden einerseits beschränkte bis gar keine Mittel zur Förderung der Kreativität angegeben. Andererseits besteht Zeitmangel, die Techniken gezielt anzuwenden. Hingegen wünschen sich alle angefragten Firmen kreative Mitarbeitende.

Ideen finden, bewerten und umsetzen

Wie werden Sie nun kreativer in Ihrer Arbeit? Mit Kopfstand, Semantische Intuition, Kundennutzen-Matrix, Six Thinking Hats, Visuelle Synektik, Multiple Perspektiven, Scamper, Brainwriting /6-3-5, Konzeptextraktion, Morphologischer Kasten, Reizwortanalyse et cetera. Das mag Ihnen nun spanisch vorkommen oder nach Fachchinesich tönen. Doch ist dies eine kleine Auswahl an wirkungsvollen Kreativitätstechniken, die lernbar und einfach anzuwenden sind. Dafür brauchen Sie nicht viel Zeit. Sie brauchen bloss die ausgetretenen Pfade zu verlassen und neue Wege ausprobieren. Möchten Sie Ihren Verstand beispielsweise mit der Kopfstandtechnik beflügeln?

Die Kopfstandtechnik

Eine bewusst negative Sichtweise dürfen Sie bei dieser Technik einnehmen. Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten in einem Hotel. Ihr Ziel ist es, die grösstmögliche Auslastung der Hotelzimmer zu erreichen. Sie suchen nach Ideen, die Gäste zu schätzen wissen und dazu veranlassen, bei der nächsten Reise wieder die Übernachtung bei Ihnen zu buchen. Bei dieser Methode stellt sich nun nicht die Frage: ‚Was kann ich für das Wohlbefinden meiner Gäste tun?’ sondern ‚Wie vergraule ich meine Gäste auf Lebenszeit?’ Mit dieser Sichtweise macht man sich zunutze, dass viele Menschen oft besser formulieren können, was ihnen nicht gefällt, als zu formulieren wie man was besser machen könnte.

Die negative Formulierung der Frage kann z.B. zur folgenden Antwort führen: Wir zerschneiden die Schuhe der Gäste. Dieses negative Ergebnis wird dann ins Positive umgewandelt: Wir bieten den Gästen einen Schuhreparaturservice an und zwar in Zusammenarbeit mit einem Schuhmacher in der Nähe des Hotels.

Mit kontinuierlichem Workout der Kreativitätstechniken aktivieren Sie Ihr Kreativitätspotential und erreichen damit in Ihrer Arbeit wie auch privat eine Steigerung der Lebensqualität insgesamt. Denn – um mit einem Wort von Tony Buzan, dem Erfinder der Mind Mapping Methode abzuschließen – „Ihr Geist ist besser als Sie denken!“

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